
Wir verändern uns mit jedem Tag und jeder Situation, die wir durchleben, auch wenn uns das kaum auffällt. Doch blicken wir ein paar Jahre zurück, sehen wir die Unterschiede deutlich. In meinem stressigen Alltag komme ich selten zur Ruhe, um mir darüber Gedanken zu machen, aber im Urlaub war dafür Raum, dem schlechten Internet sei Dank. Neben viel Zeit zum Lesen konnte ich auch einfach die Gedanken schweifen lassen.
Mein Blick geht eigentlich immer die letzten sieben Jahre zurück und mein Herz liebt diese Erinnerungen. Interessanterweise erinnert man sich vor allem an die schönen Momente, z.B. das erste Mal in einer Univeranstaltung sitzen und so aufgeregt sein wie am ersten Schultag. Ich bin damals völlig unvorbereitet ins Studium gegangen, ohne Erwartungen oder Ansprüche. Die kamen dann erst nach den ersten Wochen als mir der Umfang des ganzen Projektes klar wurde. Doch der Beginn der Corona-Pandemie, kurz nach meinen ersten Prüfungen im Februar 2020, ließ mich zweifeln, ob bzw. wie ich das Studium fortsetzen sollte. Das Problem klärte sich im Frühjahr, alles fand online statt, besser als nichts. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an dieses Format, aber mir fehlte der Austausch mit Studierenden. Ich funktionierte eigentlich nur, ging arbeiten (zum Glück kein Homeoffice möglich), betreute meine Kinder zu Hause und besuchte alle Kurse online. Komischer weise kann ich mich an diese Semester nur lückenhaft erinnern.
Erst als die Uni wieder Präsenzveranstaltungen anbot, sind die Erinnerungen lebendiger. Ich lernte dort die Studierenden kennen, die ich vorher nur auf dem Bildschirm gesehen hatte. Wir belebten die Fachschaft wieder, die bis heute einen großen Teil meines Unilebens ausmacht. Auch wenn mir Menschenansammlungen häufig zu viele sind, schätze ich viele Studierende bei uns.
Vor dem Studium war ich eher introvertiert und oft für mich. Das brauche ich heute zwar auch noch, aber ich organisiere gerne Veranstaltungen und habe wenig Scheu andere Meschen anzusprechen und sie mit ins Boot zu holen. Das hätte ich früher wahrscheinlich nicht gemacht.
Besonders in Hinblick auf meinen Studienschwerpunkt ‚Westslawistik‘ mit meinem Lieblingsthema ‚Minderheitensprachen‘ und ‚Niedersorbisch‘ muss ich zwangsläufig offener werden, denn nur dann lassen sich andere von meiner Begeisterung anstecken. Und ich bekomme soviel positives Feedback zurück, habe neue Leute kennen gelernt und stolz auf meine bisherigen Leistungen. Diese Fähigkeiten haben im Studium Zeit bekommen sich zu entwickeln und mir geholfen, für mich persönlich, große Herausforderungen im Studium zu meistern, die ich früher nie angegangen wäre!
Das Studienende rückt immer näher, ich bedaure es jetzt schon. Denn ohne diese Zeit wäre ich heute definitiv nicht der Mensch, der ich bin!
Welche Zeit in deinem Leben verbindest du mit schönen Erinnerungen?









