
In Deutschland leben schätzungsweise 11 Millionen Hunde als Haustiere und gelten als bester Freund des Menschen. Als Beschützer von Mensch und Tier fungieren sie seit Jahrtausenden. Diese Eigenschaft haben Hunde auch in vielen Mythologien, rund um den Globus, inne. Doch ihr Bild war nicht immer so positiv wie heute.
In den verschiedensten Mythologien kommen Hunde vor, egal ob in Amerika, Europa oder Asien. Je nach Kulturkreis werden sie mit Attributen wie mutig, treu, aber auch böse assoziiert. Ihre ‚moderne‘ Funktion als Hüter zeigt sich schon in alten Legenden. Dort bewachen sie oft den Eingang zur Unterwelt, z.B. Zerberus oder Anubis. Sie wachen über die Einhaltung der Rituale und gewähren nur Berechtigten Einlass.
Zerberus ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Hunde der mythologischen Welt. Seine drei Köpfe sind furchteinflößend und sein Speichel ist giftig. Er hat nur wenig mit dem geliebten Haustier gemein, erfüllt aber trotz allem eine wichtige Funktion.
Ähnlich wie in Griechenland fungiert auch in der Götterwelt der Ägypter ein Hund bzw. hundeähnliches Wesen als Wächter ins Totenreich. Der Gott Anubis, dargestellt mit einem Hunde- oder Schakalkopf, geleitet die Toten nach der Mumifizierung ins Totenreich und wog das Herz, um über den Toten zu richten.
Auch in der nordischen Welt lebt ein Hund am Eingang der Unterwelt: Garm. Wie bei den Griechen der Hund Zerberos, wird er mit negativen Attributen wie aggressiv und bedrohlich belegt. Seine Herrin ist Hel, die Totengöttin. In Ragnarök, dem Weltuntergang, kämpft Garm an der Seite von Hel und Fenrir gegen die Asen, nachdem er sich von seinen Ketten losgerissen hat, kommt dann im Kampf zu Tode.
Doch nicht nur in Europa sind Hunde Teil der Mythen. Ebenfalls als Begleiter ins Totenreich fungiert der aztekische Gott Xolotl, der aber nicht nur der Gott des Todes ist, sondern auch der Beschützer des Spiels Ulamas. Seine Funktion als Begleiter der Toten wird, anders als in Europa, nicht so düster und grausam beschrieben, was auf ein anderes Verständnis der amerikanischen Kulturen im Umgang mit dem Tod hindeutet.
Als Himmelshund oder Tiangou ist ein Wesen in China bekannt, das den Mond und die Sonne frisst, ähnlich wie Skalli und Hati in der nordischen Mythologie. In Asien sind einige Mischwesen bekannt, oft aus Hund und Drache zusammengesetzt, über die in Geschichte berichtet werden.
Viele Hundewesen wurden in den heute christlichen Regionen dämonisiert, z.B. die in Wales bekannten Cŵn Annwn, deren weißes Fell und die blutroten Ohren von christlichen Missionaren als teuflisch dargestellt wurden. Ursprünglich galt ihr Heulen und ihr Auftreten als Vorbote des Todes oder als Geleit für einen Verstorbenen.
Es ließen sich noch unzählige Beispiele aufzählen, das zeigt die Wichtigkeit dieser Tiere im Leben der Menschen, damals wie heute. Viele Sportvereine oder Stadtwappen nutzen die Popularität dieser Tiere, selbst in Film und Fernsehen sind sie nicht wegzudenken.
Welchen Stellenwert haben Hunde für dich?
Quellen
Wilkinson, Philip. Mythen und Sagen aus allen Kulturkreisen. DK-Verlag. München 2020
Grimal, Pierre. Mythen der Völker III. Fischer Bücherei. Hamburg 1963
