Das Baskenland

Im Norden Spaniens liegt eine Region, die seit Jahrhunderten um Selbstständigkeit von Spanien ringt: das Baskenland.

Die Ausdehnung des Baskenlandes (baskisch Euskadi) überschreitet die spanisch-französische Grenze und zieht sich von den Pyrenäen bis nach Bilbao an der Küste entlang. Im Süden bildet der Ebro eine natürliche Grenze. Der französische Teil ist kleiner und gehört politisch(!) heute nicht dazu , bildet aber sprachlich und kulturell eine Einheit mit den spanischen Teil. Auch im Norden der Region Navarra, die heute offiziell nicht mehr direkt zum baskisches Gebiet gehört, leben viele Basken.

Die Besiedlung des Baskenlandes liegt schon weit zurück, genaue Daten sind schwer zu ermitteln, es wird eine erste Besiedlung um 7000 v.Chr. angenommen. Aber das Klima und die günstigen Bedingungen für die Landwirtschaft legen eine frühere Besiedlung als im Rest des Landes nahe. Völker wie die Kelten und die Römer haben das Gebiet zeitweile ebenfalls besiedelt. Davon zeugen noch Städte wie Pamplona in Navarra.

Die Basken erlebten viele kriegerische Auseinandersetzungen ihrer Nachbarn. Besonders tiefgreifend waren die Konflikte zur Zeit der Christianisierung im 8. Jahrhundert n.Chr., da die Region zwischen dem maurischen (Muslime) und dem christlichen Einflussbereich lag.

Beschreibungen über das Leben der Basken finden sich fast nur von Reisenden, die die Menschen oft als bäuerlich, aber freiheitsliebend und stolz beschrieben. Im Mittelalter nahm die wirtschaftliche Bedeutung zu, weil der Export von Handelsgütern über die Seehäfen der Region abgewickelt wurden. Die Basken genossen einige Privilegien, mussten aber immer um diese kämpfen, was oft zu im Spätmittelalter zu häufigen Konflikten führte. Die Zugehörigkeit zu Spanien ist bis heute von Repressalien und stetigem Kampf um Autonomie geprägt.

Neben dem Seehandel war Fischerei bzw. der Walfang  früher ein wichtiger Wirtschaftszweig, der die Basken sogar bis nach Island führte, was durch ein isländisch-baskisches Pidgin eindrucksvoll belegt ist. Die baskische Sprache an sich ist schon ein Unikat, weil sie nicht mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Die Menschen sind sehr stolz auf das Baskische, was in der Vergangenheit durch den spanischen und französischen Staat wenig Wertschätzung erhielt. Etwa ein Drittel der Bewohner sprechen Baskisch und seit Ende der 1970er Jahre haben sich die Sprachbedingungen verbessert, z.B. durch Beschulung in baskischer Sprache.

Im Ausland erfuhr das Baskenland ab den 1960er Jahren durch das Wirken der ETA (Euskadi ta Askatasuna/ Freiheit für die baskische Heimat)  traurige Berühmtheit. Die Organisation verübte bis die 2010er Jahre Terroranschläge, die einen unabhängigen nationalistischen Staat zum Ziel hatten.

Heute besitzt die Region den Status einer Autonomieregion, wobei nur wenige  Angelegenheiten von der dortigen Regierung ohne spanische Beteiligung durchgesetzt werden können. Kritische Stimmen sprechen sich immer wieder für die Unabhängigkeit von Spanien aus.

Das Wappen des Baskenlandes besteht aus vier Feldern, auf denen wichtige Symbole der Region zu sehen sind. Das vier Feld ist seit 1986 einheitlich rot, weil das Wappen Navarras aufgrund eines Gerichtsurteils entfernt werden musste.

Quellen

Kurlansky, Mark. Die Basken. Eine kleine Weltgeschichte. München 2000.

Niebel, Ingo. Das Baskenland. Geschichte und Gegenwart eines politischen Konflikts. Promedia, Wien 2009

Bildquelle

Von Miguillen, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6040432

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