
Urlaubszeit ist Lesezeit, so ist es bei mir schon seit Jahren. Der Sommerurlaub ist eine der wenigen Wochen im Jahr, an denen ich intensiv lesen kann, zumindest Bücher meiner Wahl. Während des Semesters bleibt oft keine Zeit für zusätzliches Lektüre.
Das ist der Grund, warum sich seit einigen Jahren so viele ungelesene Bücher bei mir angesammelt haben, teilweise gekauft oder geschenkt bekommen. Ich kann schlecht nein sagen und die Augen sind meist größer als der Bücherschrank!
Und ich bin ehrlich: Ich kaufe einfach gerne Bücher mit hübschen Covern oder spannenden Klappentexten, ohne Rücksicht auf mein Zeitkontingent. Viele werden mich sicherlich verstehen. Ich bin mit Sicherheit nicht die Einzige mit diesem „Problem“! Mittlerweile habe ich aber auch gelernt, dass nicht jedes Buch nach dem Lesen seinen Platz im Bücherschrank braucht. Und Bücher, die mir nicht gefallen haben, müssen definitiv gehen. Dank des Verschenke-Regals in der Uni ist das auch kein Beinbruch für meine Sammelseele.
Doch nicht nur meine Einstellung zum Besitz von Büchern hat sich verändert, auch das Lesen an sich. Früher habe ich einfach alles gelesen: Romane, Krimis, Sachbücher, völlig egal. Mittlerweile bin ich wählerischer und lese am liebsten Sachbücher. Seit es in unserem Institut einen Buchclub gibt, habe ich meinen literarischen Horizont wieder erweitert. Viele Bücher hätte ich sonst nie in die Hand genommen.
Bei vielen Büchern, besonders Romane, muss ich ehrlicherweise zugeben, dass sie mir nicht gefallen, anders als früher. Mein innerer Monk verlangte diese Bücher trotzdem zu Ende zu lesen, auch wenn es eine Qual war. Die meisten werden mir recht geben, wenn ich behaupte, dass ein Buch selten besser wird je länger man es liest.
Normalerweise reichen 30-40 Seiten, kommt natürlich auf die Gesamtseitenzahl an, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Schafft es das Buch nicht mich zu fesseln, verliere ich schnell an Motivation und überlege, ob sich das Weiterlesen inhaltlich und zeitlich überhaupt lohnt. Je nachdem warum ich das Buch lesen (Uni, Buchclub etc.), versuche ich dann oberflächlicher zu lesen, damit es schneller geht. Liegt die Entscheidung für oder gegen ein Buch ganz bei mir, entschiede ich auch oft es abzubrechen und auszusortieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich es nochmal versuche und dann gut finde, erscheint mir mehr als gering. Und es warten ja noch so viele andere Bücher auf mich.
Die ersten Male ein Buch abzubrechen fühlten sich schrecklich an, als ob ich es nicht wertschätzen würde. Vor allem, wenn es eine Empfehlung von einer lieben Person war und ich dann an meinem Geschmack zweifelte. Doch mittlerweile bin ich etwas abgebrühter und entscheide aus dem Bauch heraus. Denn welches schlechte Buch ist den Verlust an Lebenszeit wert? Wahrscheinlich gar keins, also weg damit!
Welches Buch hast du beim Lesen abgebrochen? Und warum?
