Trójmiasto

In Europa liegen viele Siedlungsgebiete so dicht beieinander, dass es schwer ist die Grenzen zu benennen. Die Menschen leben und arbeiten in unterschiedlichen Teilen und verbinden dadurch alles zu einem großen Ganzen. An der Danziger Bucht in Polen findet sich genau solch eine städtische Agglomeration: Trójmiasto ( dt. Dreistadt), bestehend aus den Städten Gdańsk (Danzig), Gdynia (Gdingen) und Sopot (Zoppot) in der Woiwodschaft Pommern.

Gdańsk ist die größte und älteste Stadt, war Mitglied der Hanse und durch seinen Hafen eine der wichtigsten Stationen im Ostseeraum, um Waren ins Inland zu transportieren. Sopot war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein zu Gdańsk gehörendes Dorf und ein beliebter Kurort, der 1901 Stadtrechte erhielt. Auch das 1253 erstmals erwähnte Gdynia blieb lange ein Fischerdorf und wuchs erst über Jahrzehnte an, vor allem nach 1926, weil Gdańsk und der Hafen im Zuge der Versailler Vertrags unabhängig vom polnischen Staatsgebietes wurden. Schon im Dritten Reich gab es Bestrebungen die drei Städte zusammenzufassen, aber erst nach dem Krieg setzte Polen den Zusammenschluss um.

Heute leben knapp 800.000 Menschen im Gebiet der Trójmiasto. Alle Teile sind durch ein gutes Verkehrsnetz miteinander verbunden, auch die kleineren Orte in der Umgebung. Ein Flughafen und gute Bahnverbindungen erleichtern der Küstenregion die Anbindung an den Rest des Landes und ins Ausland, ein Plus für Touristen. Die Lage an der Küste, damals ein Handelsvorteil, zieht Touristen aus aller Welt an.

Für Kultur- und Geschichtsbegeisterte gibt es unzählige Highlights: die Altstadt von Gdańsk, das Westerplatte-Museum, das Krantor als Wahrzeichen der Stadt und andere Orte der polnischen Geschichte machen den eher moderneren Sehenswürdigkeiten in Gdynia und Sopot, z.B. die Seefahrt-Universität oder die Seebrücke Molo, Konkurrenz. Um alles zu sehen, sollten Besucher mehrere Tage einplanen.

Auch wenn alle drei Städte als eigenständige Städte agieren, arbeiten sie doch eng zusammen z.B. bei Veranstaltungsplanung, Verkehr oder Bebauungsplänen. Der Erfolg zeigt sich auch in der Einwohnerzahl, die seit einigen Jahren steigt, unter anderem weil es zahlreiche Bildungseinrichtungen wie Universitäten mit verschiedene Schwerpunkten wie Seefahrt, Wirtschaft und Technik gibt. Als einzige Universität in Polen bietet die Uniwersytet Gdański den Studiengang Kaschubische Ethnofilologie an, denn das Gebiet gehört zur Kaschubei, in der die Kaschuben leben und Sprache und Traditionen pflegen.

Findest du solche Zusammenschlüsse von Siedlungsgebieten sinnvoll?

Quellen

Loew, Peter Oliver. Literarischer Reiseführer Danzig. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2009

https://www.trojmiasto.pl

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