Sorbisch-Studium an der BTU

Seit diesem Wintersemester (WiSe 26/27) können Studierende an der BTU Cottbus/Senftenberg eine Lehramtstudium (Grundschule) mit Sorbisch als Zweitfach absolvieren. Damit soll der derzeit akute Mangel an Lehrkräften für Sorbisch in der Niederlausitz in den nächsten Jahren entgegengewirkt werden. Fünf Studierende habe sich für diesen Weg entschieden und die Medien berichten, zumindest zu Beginn, intensiv über diese Neuigkeit.

Das Sorbischstudium ist in das bestehende Lehramtsangebot integriert worden. Die Studierenden entscheiden sich für eine Hauptfach ( Deutsch oder Mathe) und können dann jetzt auch Sorbisch dazu wählen. Das Studium beinhaltet neben den beiden Fächern auch noch Grundlagen für Englisch, Sachunterricht usw. und Kurse für Bildungswissenschaften.

Um als Lehrkraft arbeiten zu können, müssen die Studierenden nach den Bachelor noch ein viersemestriges Maserstudium absolvieren, das momentan im Aufbau ist. Der Bedarf an Sorbisch-Lehrkräften garantiert den Studierenden nach dem Abschluss eine Stelle in der Niederlausitz.

Aus Sicht der Sorben und Sorbinnen wurde es höchste Zeit für die Möglichkeit in der Niederlausitz Lehrkräfte auszubilden, denn viele junge Menschen möchte ihre Heimat nicht verlassen. Bisher mussten Studierende einen Umzug nach Leipzig in Kauf nehmen, wenn sie Niedersorbisch studieren wollten. Ihre Praktika müssen sie aber im niedersorbischen Sprachgebiet absolvieren, was zusätzliche Planung erfordert.

Das ‚neue‘ Studium ist am Campus Senftenberg angesiedelt, eine kurze Fahrt von Cottbus entfernt. Die Praktika werden in den umliegenden Schulen absolviert, sodass die Studierenden keine Wohnortwechsel oder lange Wegstrecken auf sich nehmen müssen. Für viele junge Leute ist das ein absolutes Plus. Im Studium sind mehrere Praktika vorgesehen, zum Hospitieren und Sammeln erster eigener Unterrichtserfahrung unter Supervision.

Es lässt sich schlecht abschätzen wie viele Menschen sich in den nächsten Jahren für das Sorbisch-Studium entscheiden. Und wer denkt, dass mit dem Studiengang das Lehrkräfteproblem beseitigt ist, der irrt gewaltig. Die Studierenden brauchen noch mindestens 5 Jahre, bis sie in der Schule arbeiten. Und es ist nicht gesagt, dass alle das Studium abschließen. Entscheidend ist die Qualität der Ausbildung und Betreuung der Lehramtsstudierenden bis zum Abschluss, damit sich auch spätere Jahrgänge für dieses Studium entscheiden.

Das Land Brandenburg hat einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber die Revitalisierung und Pflege des Niedersorbischen ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der viele Mitstreiter braucht, um zu gelingen!

Quellen

Studienordnung Lehramt Primarstufe Deutsch-Sorbisch/Wendisch (B.Ed.)

BTU Website Lehramt

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